May 09, 2007

The day I almost got fired

Mein Schreiben (der zweite, so - dachte ich - gelungene Entwurf) kam nicht wirklich gut an. Laut meinen Vorgesetzten ist alles meine Schuld. Naja, ich bin auch Täter, aber nicht nur und vor allem eher gezwungenermaßen. Auf jeden Fall werde ich, wenn ich auch nur ein Wort über die 3-Stunden-Tortur gegenüber X verliere, versetzt. Dass ich überhaupt für den Moment bleiben kann, liegt offiziell daran, dass sie nicht auf meine Fachkenntnisee verzichten können - ich denke aber, ersetzbar zu sein, und glaube, es liegt daran, dass inzwischen das halbe Referat auf uns schaut und meine Vorgesetzten Angst haben vor einer großen Auseinandersetzung, die X und ich ihnen bei einem harten Vorgehen gegen mich selbstverständlich liefern würden.

Naja, ich werde wohl mein Versprechen halten und nicht mit X darüber reden - wir haben uns vorhin vor seinem Büro getroffen. Er hat mir gleich angesehen, dass was nicht stimmt, mich in sein Büro gezerrt und ich hab ihm nur gesagt, dass wir nicht reden können. Er hat natürlich nicht locker gelassen und an dem Punkt wäre ich dann fast in Tränen ausgebrochen, hab nur gesagt "vielleicht später" und bin weggelaufen. Mir kam entgegen, dass er dringend weg musste und bis heute Abend politisch unterwegs ist, aber ich weiß, dass ich heute noch ne Mail von ihm bekommen werde; das hat er mir schon angekündigt. Eigentlich vertraue ich ihm auch, aber nicht seinem Temperament und seinen Emotionen. Deshalb ist es besser, er weiß manche Sachen nicht.

Mit meiner direkten Chefin wird es eine Supervision geben - wird sicher ganz lustig - muss mir aber noch überlegen, ob ich bereit bin, mich einem Supervisor gegenüber zu öffnen. Denn eigentlich - und gerade nach dem Gespräch heute - traue ich in meiner Organisationseinheit niemandem mehr. Die haben Interessen und Vorstellungen, die nicht meine sind. Das kommt niemals zusammen - deshalb überlege ich, ob ich gehe. Allerdings tendiere ich im Moment eher zu "kämpfen und wenn es sein muss untergehen".

Comments

Oh well. Das klingt ja wieder schlimm. Welche Aussichten hättest du denn, wenn du gehen müsstest? Wo würden sie dich hinversetzen? Vielleicht hast du ja sogar Möglichkeiten, die du viel besser finden könntest.

Wenn sie dich nicht versetzen wollen, weil sie nicht auf dich verzichten können, dann wären doch vielleicht sogar Anwandlungen deinerseits, dich um eine andere Stelle zu bewerben, gar nicht der schlechteste taktische Weg, doch deinen Willen zum Teil zu bekommen.

Michelle @ May 9, 2007 08:20 PM

Ich sehe im Moment keine Alternative, die mich reizt. Und die wären froh, wenn ich freiwillig gehe. Sie wollen mich ja los werden, können es sich aber nicht leisten, den damit verbundenen Skandal zu riskieren.

Außerdem hängt mein Herz an diesem Amt und vielen Kollegen - trotzdem kann das alles natürlich kein Dauerzustand sein - ich schlafe ja kaum noch.

Anne @ May 9, 2007 08:26 PM

Ja, wenn die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie den Skandal scheuen, dann hast du natürlich Recht. Ich hoffe, du findest mit der Zeit etwas Ruhe und nimmst alles gelassener. Am Lehrstuhl hat mich das ja auch vor einer Weile noch sehr viel mehr gejuckt, mittlerweile kann ich dabei bestens schlafen.

Michelle @ May 9, 2007 08:36 PM

Wie geht's dir derzeit eigentlich nach diesem Tag am Job?

Michelle @ May 16, 2007 09:42 PM